Um es mit Konrad Bayers Worten zu sagen: „allgemein ist neben dem fahrrad weniger vielleicht. wird das fahrrad solchermassen beiläufig zweifellos?“ (Konrad Bayer: Sämtliche Werke. Überarbeitete Neuauflage 1996, 1985/2018. Klett-Cotta: S. 448). Nachdem mir das Fahrrad gestohlen worden ist, das mir der Freundeskreis der Künstlerwohnung Soltau e.V. netterweise zur Verfügung gestellt hat, war es hilfreich, Konrad Bayer zur Hand zu haben. Ansonsten war es hilfreich, im Herzen der Lüneburger Heide über der Bibliothek Waldmühle an einem neuen Roman schreiben zu können und öffentlich zu lesen.

Gastaufenthalte sind ein wichtiger Teil der Kulturförderung, allen Stimmen, die zuletzt dagegen gehetzt haben (nicht zuletzt aufgrund von möglicherweise missverständlichem Verhalten einiger StipendiatInnen), möchte ich entgegenhalten: Wir arbeiten. Und: Es liegt ein unschätzbarer Wert darin, außerhalb der alltäglichen Verrichtungen wiederum der inneren Stimme zu lauschen. Das gilt nicht allein für AutorInnen, aber möglicherweise liefern sie diesen ihren Beitrag: dass sie den inneren Stimmen eine Stimme verleihen und sich den Raum dafür nehmen, dieser Stimme eine Form zu verleihen. Ihn zur Verfügung gestellt bekommen. Ich möchte mich bei dem Freundeskreis bedanken: für das Rauschen der Wassermühle, die wunderbare Betreuung, die Möglichkeit, ungestört arbeiten zu können. In Norddeutschland bin ich aufgewachsen, so heiß wie jetzt im Juli war es nie; der Klimawandel macht sich bemerkbar. Auch in Bezug darauf sollte weiterhin die Stimme erhoben werden. Der Rest ist Konrad Bayer.

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