Am Ende des Tages ist das Dunkel und darin ich. Und auch am Anfang stand das Dunkel, während ich in meiner Wiege lag und schrie, bis ich dann schwieg und an diesem Schweigen beinahe gestorben wäre, weil alle dachten, sie meldet sich nicht, also wird sie wohl keinen Hunger haben.

So beginnt der Text „Die vergessene Wiege“, der bereits in der Sendung „Neue Texte“ auf Ö1 gesendet wurde. In ungekürzter Fassung bekommt der Monolog über die Stimmlosigkeit der Mütter abermals eine Stimme verliehen, und zwar von dem wunderbaren Gunther Grasböck.

Nachzuhören sind die ersten beiden Teile unter:

https://cba.fro.at/550514 und https://cba.fro.at/556208

Der dritte Teil wird am 28. Mai um 9.45 erstmals ausgestrahlt: https://cba.fro.at/557976

Ja, lausch nur: Ich summe mir das Mehr herbei, nicht unähnlich deiner Melodie, da staunst du, und dann höre ich mir eine Weile zu, bevor es still wird, abermals still.

 

Als Alsergrunder Bezirksstipendiatin widmete ich mich in den vergangenen Monaten Anna Freud. Nicht über sie schreibe ich, wohl aber motivisch um sie herum: in einem fiktiven Briefwechsel an ihre Freundin Edith berichtet die junge Martha von einer unerwarteten Begegnung mit der jungen Anna, die aus einer vergangenen Zeit zu ihr spricht. Martha ist gerade erst von Deutschland nach Wien übersiedelt, um Abstand zu ihrem Vater zu gewinnen und begibt sich hier, unvermittelt und nicht ganz freiwillig, in die Eigenanalyse.

[…]

Liebe Edith,

die junge Frau hatte nicht auf der Bank am Ari-Rath-Platz gesessen, obwohl ich bis am späten Abend dort Wache hielt, und deshalb nutzte ich stattdessen den frühen Morgen, mich auf ein Wiedersehen durch das Schaufenster vorzubereiten. Noch bevor ich das Wechselgeld nachzuzählen begann und die Waage einschaltete, steckte ich den Schlüssel von außen in die Ladentür, als Schlüssel zum Unbewussten gewissermaßen, und befestigte das Schild Komme gleich wieder an der Tür, die ich anschließend offenließ, auf dass es niemanden irritiere.

Oder als Einladung an sie.

Tatsächlich sah ich sie wenig später herannahen. Und dieses Mal bildete ich mir ihre Erscheinung nicht ein. Kurz nur betrachtete sie die Auslage, ich glaube, es ging ihr um eine Teekanne aus Usbekistan, aber sie schien in Eile, das Leben rief nach ihr, vermute ich, aber als sie zum Weiterschlendern ansetzte, lief ich, nicht minder eilig, hinaus, verschloss den Laden und nahm die Verfolgung auf, in vollem Vertrauen darauf, dass sie mir den richtigen Weg weisen würde.

Sagen wir: einen beliebigen Weg.

Ich verlor sie in der Berggasse. Eben noch hatte ich sie vor mir gehen sehen, dann war sie weg.

[…]

Eine erste Lesung von Auszügen des Textes fand am 25. Mai 2022 um 19.00 Uhr in der Bibliothek des Freudmuseums, Berggasse 19, 1090 Wien statt. Ich bedanke mich an dieser Stelle nochmals bei Friedrich Hahn als Initiator und Juror des Stipendiums, Saya Ahmad als Bezirkschefin Alsergrund für ihre engagierte und zugewandte Moderation sowie Peter Nömaier vom Freud-Museum Wien.

Ursprünglich bereits für den November 2021 geplant, werden wir die Veranstaltung auf jeden Fall nachholen. Inzwischen müssen wir abermals einem Krieg in Europa beiwohnen, als hätte es die Aufarbeitung von Geschichte, wie Pollack sie betreibt, die Warnungen und das Waren von Erinnerung an seine Schrecken, nicht gegeben. Umso wichtiger, das Erinnern weiterhin zu betreiben, auch in Hinblick darauf, wie lang ein Krieg weiterwirkt, ebnénso wie einmal geschürter Hass und injizierte Feindbilder.

In seinem Buch zeichnet Pollack das Leben seiner Großtante Pauline in der slowenischen Marktgemeinde Lasko/Tüffer nach. Auch meine Großtante war Opfer des Krieges. Ich fragte meine Großtante und ihre beiden Schwestern, alle drei von dicken, schützenden Schichten Körper umgeben: „Wovor schützt ihr euch?“ und kannte die Antwort bereits, auch ohne sie je zu erhalten. Denn sie konnte nicht darüber sprechen und folgte damit einem unausgesprochenen Verbot: Nicht Opfer sein zu dürfen, auch unabhängig vo ihrer Gesinnung, mit der sie sich von Anfang an, wie der Vater, gegen Adolf Hitler gestellt hatte. Da sie dem „Tätervolk“ entstammte, das an einer „nationalen Schuld“ zu tragen hatte, blieben ihre Erfahrungn der Flucht aus Schlesien und die Verletzungen, die ihr aufgrund ihrer Herkunft auch als Frau zugefügt wurden, ungehört.

Ich liebte diese Großtante, ihr großes Herz hatte sie sich zeitlebens bewahrt, aber je älter ich wurde, desto mehr Fragen tauchten auf, nämlich: Wie hatte sie sich eben dieses große Herz bewahren können, nach allem, was sie erlebt haben musste? Darüber las ich in Augenzeugenberichten, die erst Jahrzehnte später verfasst worden waren, Jahrzehnte, in denen der Schmerz sich soweit gesetzt hatte, dass die einst Geflohenen ihre Sprache wiederfanden – als Form der Selbstermächtigung. Diese Sprache brach sich erst dann den Weg, als weil es manchen von ihnen unmöglich geworden war, die Erfahrungen weiterhin zurückzudrängen. Sie unter Verschluss zu halten aber mochte ihnen zuvor notwendiger erschienen sein als das Sprechen, um nicht einzuknicken, in anderen Worten: um überleben zu können.

Weiterzuleben.

Das Gefühl des Wohlbehagens zwischen dicken Decken und dicken Tanten wird herausgerissen von der Erkenntnis, dass die altruistische Großtante jeden Tag auf den Heuboden versteckt werden musste, weil der Krieg kein Schamgefühl kennt. Und auch der Frieden tut sich  schwer mit diesem Schamgefühl. Die Verbrechen der Kriege verfolgen uns alle, solange wir die Geschichten nicht thematisieren, die der Großtanten, die unsrige, die gegenwärtige.

Umso mehr freue ich mich auf die noch bevorstehende Begegnung mit Martin Pollack, und dass wir über die Auswirkungen von Krieg sprechen können, der trennt statt vereint, und Familiengeschichte ebenso prägt wie die Weltgeschichte. Wie er teile auch ich die Überzeugung, dass „wir heute alle Geschichten erzählen können, vielleicht sogar müssen, ohne Zorn und Eifer, ohne etwas zu verschweigen oder auszublenden […].“

Die Matinee mit der Lesung aus „Die Frau ohne Grab“ wird in der Ottensheimer Bibliothek stattfinden, sobald es geht.

Bis dahin lege ich jeder und jedem die Lektüre des Werkes von Martin Pollack ans Herz.

Und sie spricht doch …

… Und dann: Der letzte Stein. So war das. Und siehe da: Ein Wunder geschah …

„Bist du das Kirche?“, fragt der Chronist, der sich anlässlich des 501-jährigen Bestehen der Kirche Ottensheim einfindet. Und sie antwortet. Am 23.10. hatte mein Text „Und sie spricht doch“ seine Ur- und Letztaufführung in der Pfarrkirche, die einmal ihre Stimme erheben durfte.

CHRONIST
Ich wusste gar nicht, dass du soviel von dem mitbekommst, was draußen geschieht.

KIRCHE
Hier drinnen wird all das verhandelt, was dort vor sich geht.

CHRONIST
Ich mag dein Innenleben.

Gemeinsam reisten Chronist und Kirche durch die letzten 501 Jahre im Leben der Kirche, begleitet von unerwarteten Gästen und Musik. Selbst die Orgel durfte zu Wort kommen (und zu Stimme) – sie wurde 1888 vom Orgelbauer Leopold Breinbauer erbaut:

ORGEL
Und zwar hier vor Ort, denn im Jahr 1844 entstand in Ottensheim eine Orgelbauanstalt.

Und natürlich unter Beteiligung vieler Ottensheimer und Ottensheimerinnen, darunter die beiden Chöre Tonart und Cornetto, die für uns die Glaubenskämpfe darstellten.

KIRCHE
Aus allem machst du eine Glaubensfrage! Heute ist mein Geburtstag und alles möglich.

CHRONIST
Ich glaube nicht … dass ich mit dir über Glaubensfragen diskutieren möchte.

Danke der Pfarre Ottensheim für die wunderbare Erfahrung! Und Thomas Bammer für die gemeinsame Arbeit am Text und seine Regie.

 

 

Wir werden so lange werkeln, bis alles ist, wie wir es haben wollen …

lautet ein Satz aus meinem noch nicht uraufgeführten Theaterstück Der Schwierige Raum.

Am 4. Juli gibt es um 19.30 Uhr eine Online-Lesung für drei Stimmen, gefördert vom Land Oberösterreich im Rahmen von art@home. Zu hören ist eine stark gekürzte Version des Stückes mit anschließender Publikums-Abstimmung, bei der alle im Laufe des Abends aufgeworfenen Überlegungen zu Themenfeldern wie Gemeinschaft, Umwelt, Familie samt Details zur Abstimmung gebracht werden, denn

Zukunft muss man gemeinsam träumen. Neue Begriffe ermöglichen neues Denken und damit vielleicht auch eine andere Beziehung zur Welt. (Ariadne von Schirach, Die Psychotische Gesellschaft)

Und so, wie die Utopie der (noch) Nicht-Ort ist, so ist der digitale Raum eine (noch) Nicht-Realität. Eine Test-Realität, sprich: ein Utopie-Trainingscamp.

In diesem Sinne: Lasst uns werkeln …

Kommentare zum Thema und Vorschläge für die utopische Welt sind herzlich willkommen; gern auch zu einem späteren Zeitpunkt hier auf meinem Blog.

Es lesen: Corinna Antelmann. Thomas Bammer. Florentina Kutschera/ Digitalisierungsberatung: Christian Oberndorfer

Link zur Veranstaltung: https://m.youtube.com/user/corinnaantelmann/videos (das Video wird ab ca 19.15 Uhr zu sehen sein und startet von selbst um 19.30) – hier ist der Abend auch nachzusehen für alle, die es interessiert.

 

Zukunft muss man gemeinsam träumen, steht in dem Buch Die Psychotische Gesellschaft von Ariadne von Schirach (übrigens eine Leseempfehlung). Neue Begriffe ermöglichen neues Denken und damit vielleicht auch eine andere Beziehung zur Welt (Seite 210).

Deshalb dieser Abend, der Vortrag, Film (Otto Saxinger, Lisa Spalt) und Publikumsgedanken zusammenzuweben suchte. Gemeinsam mit Lisa Spalt entstand die Idee, uns von den Dystopien, die allerortens die Oberhand zu gewinnen scheinen, nicht länger verrückt machen zu lassen, sondern lieber zu überlegen, wie sie denn nun aussehen soll, die andere Welt, der Raum, den wir in Zukunft zu bewohnen trachten.

„Füll mich“, sagt der Raum, „mach, dass etwas wird.“

Deshalb das Ansinnen, gemeinsam mit dem Publikum die folgenreiche Denk- und Besinnungsarbeit zu zu leisten, die es emöglicht, eine andere Welt zu beschwören, ja, zu erschaffen, denn, wie schon Gott sagt: Thought is the firts level of creation, next comes the word, next comes action. Actions are words moving (Conversation with God, Seite 74).

Wo, wenn nicht in Ottensheim, der Gemeinde der innovativen Ideen und gelebter Gemeinschaft, ließe sich der richtige Ort dafür finden, dieses Unterfangen zu beginnen?

Einen Abend lang widmeten wir uns also der Frage: Wie können Einzelmenschen zusammenleben?, in Übereinstimmung mit ihrer Umwelt?, in Übereinstimmung mit anderen und sich selbst?, und gaben dabei Entwürfe zur Inspiration, die in den letzten 2500 Jahren die Vorarbeit leisteten für uns, hier, heute. Im Gespräch zitierten wir unter anderem Fourier, Morus, Campanella und Margaret Cavendish: Inspirationen, wie es aussehen könnte, das Paradies, nach dem wir uns sehnen. Oder nicht? Was ist zum Beispiel mit Campanellas Vorschlag: Große, schöne Frauen werden mit großen, tugendhaften Männern gepaart, dicke mit dünnen und dünne mit dicken, zum Ausgleich allen Übermaßes? Da klingt Aristophanes schon wegweisender, wenn er die Paxagora das Zepter überlässt und sie sagen lässt: Die etwas Geringeren und Plattnasigen werden bei den Göttlichen sitzen; und wenn einer die Schönste begehrt, muss er erst einmal die Hässliche stoßen.

Und zuguterletzt wurden deshalb urdemokratisch (noch eine Leseempfehlung: Gegen Wahlen von David van Reybrouck) einige der in stiller Einzelarbeit entstandenen Vorschläge aus dem Gesamtpool gelost, um dann (ganz im Sinne der gegenwärtig praktizierten Demokratie; allerdings ohne Wahlkampf) zur Abstimmung zu gelangen.

Die OttensheimerInnen kreierten somit schlussendlich eine Welt, in der unter anderem Arbeit als erfüllend empfunden wird, statt als Gegensatz zum „Leben“, es eine unsichtbare Oma für die Einsamen gibt, keine Formal1-Rennen mehr stattfinden und alle gemeinschaftlich MITEINANDER leben.

Und so und so –

– so machen wirs.

Und die Liebe wird zur Hauptbeschäftigung (das füge ich mit Fouriers Worten einfach mal kommentarlos hinzu) …

Mon cœur s’ouvre à ta voix Comme s’ouvre les fleurs Aux baisers de l’aurore!

Vor Publikum lesen – lang ist es her; umso mehr freuen wir uns auf einen ganz besonderen Abend, der Literatur und Gesang in den Mittelpunkt rückt:

Im Cellostudio Linz begegnen sich mit Corinna Antelmann und Dine Petrik (Literatur) und Yoon Mi Kim-Ernst (Mezzosopran) und Ki Yong Song Klavier) abermals Musik und Text. Auf dem Programm stehen unter anderem die Séguedille aus Carmen, Händels Lascia ch’io pianga und das Ave Maria von Schubert. Den literarischen Part übernehmen die Lyrikerin Dine Petrik, die aus ihrem Gedichtband Traktate des Windes liest, und Corinna Antelmann, in deren Roman Vier eine Klavierlehrerin sich während der Proben zum Ave Maria in Variationen der Liebe verliert.

Wo soll das hinführen, wenn man den Tönen erlaubt, miteinander zu kopulieren?

Hier gibt es einen Probeneinblick in den kommenden Abend, der am 27. August um 19 Uhr im Cellostudio Linz stattfinden wird, finden Sie hier, und da wir aufgrund der Maßnahmen in Bezug auf Covid19 nur gering bestuhlen können, wird es die Möglichkeit zum Nachhören des gesamten Abends geben. Schon bald auf dieser Seite …

Ermöglicht wird die Veranstaltung durch die Grazer Autorinnen Autoren Versammlung.

Am Montag, 25. Mai, las ich um 20 Uhr im Rahmen der LIVE-Lesungen vom Literaturhaus Salzburg via Facebook. Mein Dank gilt Tomas Friedmann für die Einladung.

Am 25. Mai 1973 endete das jährliche Cannes-Festival mit der Uraufführung des Films La grande bouffe von Marco Ferreri. Ich nehme den Jahrestag als Anlass, um mein bisher unveröffentlichtes Romanmanuskript mit dem vorläufigen Titel Barcelona Dream vorzustellen, in dem die Protagonistin auf der Suche nach dem eigenen Blick den Traum vom eigenen Film träumt.

Aber: Quant il s’agit de faire un film, les rêves ne suffissent pas (Um einen Film zu machen, reichen Träume nicht aus, Godard: LE MEPRIS)

Und um ein Buch zu machen auch nicht.

Aber sie sind möglicherweise ein guter Anfang, bis aus dem Traum Materialität wird. Oder wie es Eva, die Protagonistin meines Manuskriptes, formuliert: Aber wenn ich recht habe mit meiner Annahme, dann gibt es außerhalb der Träume im Allgemeinen und meines Traumes im Speziellen tatsächlich einen Drehort, der nicht den Träumen, sondern dem Leben selbst zugehörig ist, so kann ich sagen: zugehörig auf ungehörige Weise.

Eva spielt übrigens eine kleine Nebenrolle in dem Text Fliehkraft, der für Fragmente – die Zeit danach entstanden ist. Und Barcelona Dream hat, wenn derzeit auch keinen Verlag, so zumindest eine Aufführungsform gefunden.

Ina will nichts mehr hören. Weder von Mondmännern noch von Krankheit und am allerwenigsten vom Tod. Sie steht auf und verlässt ihren Vater, die Bücher, die Internetseiten, den ganzen hilflosen Versuch etwas aufzuhalten, was nicht aufzuhalten ist. Wohin soll sie gehen? (Im Schatten des Mondes, Monika Fuchs Verlag, 2018)

Eine Woche lang Steiermark und Lesungen aus einem Buch, in dem es darum geht, Krankheit als Teil des Lebens zu akzeptieren. Um den Versuch, mit ihr zu leben, statt verzweifelt sogenannte Normalität herstellen zu wollen. Sich mit Gegebenheiten auseinanderzusetzen und den eigenen Weg zu finden, zu sehen, was da ist, statt auf das zu starren, was fehlt. Den Gedanken, nicht in den Kategorien von Mangel zu denken. Den Appell, ein Leben zu suchen und zu finden, das dem jeweils einzelnen Menschen entspricht.

Danke an die Buchhandlung Hofbauer für die Begleitung, den engagierten LehrerInnen und SchülerInnen für die vielen Fragen und anregenden Gespäche, die Aufmerksamkeit, den wachen Austausch.

So schön kann Lesen sein.

In dem Bestreben, ein neues Format zu entwickeln, sind Kollege Rudolf Habringer und ich auf das Prinzip der Biokiste gestoßen, bei der Produkte aus der Region ins Haus geliefert werden.

Das Projekt Literatur frei Haus adaptiert dieses Modell der Versorgung mit Lebensmitteln und bezieht es auf die Versorgung von Haushalten mit literarischen Texten. So entlehnen wir neben der Idee der Grünen Kiste, Biokiste oder auch: Kiste frei Haus nicht nur den Begriff, sondern auch den Vertriebsweg, etwas direkt nach Hause zu liefern: in unserem Falle AutorInnen, die mit einer Kiste Texten kommen, um die Menschen vor Ort zu „nähren“ – Texte, die gleichsam direkt um die Ecke hergestellt werden, kommen so in die Wohnzimmer der Menschen. In die Bauernstube. Auf die Gartenterrasse. In die Produktionsstätten von Firmen. In die Gaststube. In den Innenhof.

Diese Veranstaltungsform ist offen für alle, die einmal AutorInnen „einladen“ wollen und öffentlich für jegliche InteressentInnen. Der Abend bietet die Möglichkeit zu einem direkten Austausch mit den AutorInnen und ihren Texten, soll zum Nachdenken anregen, Fragen stellen, unterhalten und zum Gespräch einladen. Literatur frei Haus versteht sich als Projekt zum Kosten, Probieren und Neugierig-machen auf Texte und die Menschen, die sie produzieren. Eine Auftaktveranstaltung fand im Juli 2019 Gemeindesaal Ottensheim auf Einladung der Arge Granit statt.

Zuletzt waren wir im MÜK und auf dem Hollengut zu erleben. – unsere Kiste mit Dicken Schinken, Heurigen und Gemischtem Satz ist immer, immer frisch bestückt …