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Wenn es etwas auf der Welt gab, das Jon am allerliebsten mochte, dann waren es Zimtschnecken./ Gezwirbelte, zimtzuckrige Teilchen vom Bäcker nebenan.

Und ich mag die warmen Zeichnungen, die Thais Mesquita meiner Geschichte über Jon und seine neu geborene Schwester geschenkt hat. Das Bilderbuch erscheint im Frühjahr im mixtvision-Verlag und kann bereits in allen (unabhängigen kleinen!) Buchläden vorbestellt werden.

Gewidmet habe ich den Text meiner älteren Schwester, die es sicher nicht immer einfach hatte mit mir. Ich lade sie dafür hin und wieder auf eine Zimtschnecke ein. Und glücklicherweise hat sie ja einen Garten mit schönen Bäumen.

Und mich.

Und sich.

Und ich habe dieses Buch in meinen Händen.

Die nordfriesischen Halligen lassen mich nicht los, seit ich mit siebzehn Jahren das erste Mal nach Langeneß übersetzte. Seit Neuestem schleichen sie sich in meine Texte ein, auch fahre ich nun hin und wieder dorthin, um anzuknüpfen, wo es anfing: Mit dem Reisen. Der Weite. Dem Fragen. Dem Lieben.

Ja, es wird weitergefragt und weiter auf die Hallig gefahren. Reisen und Sich-Weiten geht jederzeit – wie in meinem neuen Bilderbuch Urlaub ahoi (Tyrolia-Verlag, März 2020) dem eine Kurzgeschichte zugrunde liegt:

Am dreizehnten Tag spüre ich es plötzlich: Das Haus bewegt sich. Und das ist jetzt kein Witz. Ein Blick durch das Fenster zeigt mir weit und breit weder Erde noch Grashalm. Sofort denke ich an die Halligen, über die ich soeben gelesen habe. Oben in Nordfriesland in Deutschland ragen sie als kleine Inseln aus der Nordsee. Wenn es zu stürmisch wird, nimmt sich das Meer das ganze Land, und nur die Häuser schauen noch aus dem Wasser hinaus. So auch wir. Unser Haus, meine ich.

Bevor AutorInnenbegegnungen an Schulen dank überarbeiteter Kulturpolitik ins Klo hinuntergespült wurden, haben Erich Gusenbauer und Michaela Lauth von der Michael-Reitter-Schule in Linz 20 Jahre lang an ihrer Schule Lesungen und Workshops organisiert, u.a. mit Renate Welsh, Franz Sales Sklenitzka, Alfred Komarek, Georg Bydlinski, Stefan Karch, Patrick Addai. Auch ich besuchte die Integrationsklasse, mit einem damals noch unveröffentlichten und unillustrierten Text. Als Ergebnis des gemeinsamen Prozesses gaben wir bei dem Papierfresserchen-Verlag im Anschluss ein Buch heraus: „Allein mit einer Hexe“ ist in vielen arbeitsamen Stunden entstanden, bebildert von den ErstklässlerInnen selbst, die den Hauptfiguren ihre Gestalt verliehen, das Setting ihren Vorstellungen gemäß gestalteten. Nun ist es auch als Ebook erhältlich. Ängste vor unerwarteten Begegnungen werden hier aufgelöst und im Klo lauern Hexen darauf, die Förderungen nicht abfließen zu lassen …