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Seit siebzehn Jahren lebe ich in Österreich.

Doch erst jetzt schaffte ich es nach Klagenfurt – nein, nicht zum Bachmann-Wettbewerb, aber zum Grab Ingeborg Bachmanns, das ich als Auftakt zu einer Lesereise besuchen durfte.

Organisiert von der Buchhandlung Besold führte sie mich von Sankt Veit an der Glan über Brückl und Tanzenberg.

Und während mein neuer Roman in der Druckerei vor sich hindruckte, stellte ich hier in erster Linie meine Jugendbücher vor.

Doch ob für Jugendliche oder Erwachsene: Für all mein Schreiben gilt, was ich bereits Walter Pobaschnig gegenüber in seinem Interview über meine Bezüge zu Bachmann sagte:

Wie sie glaube ich an die Notwendigkeit, das Denken zu erlernen, zu erproben und mit Hilfe dieses Denkens zu versuchen, das, was wir fühlen und vorfinden, zu durchdringen und Veränderung herbeizuführen. Ohne die Bereitschaft, sich dem Schmerz und dem Nicht-Verstehen-Können zu öffnen und sich den Fragen auszusetzen, auf die es keine eindeutigen Antworten geben kann, werden wir vermutlich keine neuen Formen des Miteinanders entwickeln. Auch nicht zwischen Mann und Frau. Und dafür braucht es wohl die Introspektion, das Ausdifferenzierte, den gelegentlichen Abstand.

Und den Austausch mit der Leserschaft.

Danke Ingeborg Bachmann. Danke den Begegnungen während der Lesereise.

Ina will nichts mehr hören. Weder von Mondmännern noch von Krankheit und am allerwenigsten vom Tod. Sie steht auf und verlässt ihren Vater, die Bücher, die Internetseiten, den ganzen hilflosen Versuch etwas aufzuhalten, was nicht aufzuhalten ist. Wohin soll sie gehen?

(Im Schatten des Mondes, Monika Fuchs Verlag, 2018)

Eine Woche lang Steiermark und Lesungen aus einem Buch, in dem es darum geht, Krankheit als Teil des Lebens zu akzeptieren. Um den Versuch, mit ihr zu leben, statt verzweifelt sogenannte Normalität herstellen zu wollen. Sich mit Gegebenheiten auseinanderzusetzen und den eigenen Weg zu finden, zu sehen, was da ist, statt auf das zu starren, was fehlt. Den Gedanken, nicht in den Kategorien von Mangel zu denken. Den Appell, ein Leben zu suchen und zu finden, das dem jeweils einzelnen Menschen entspricht.

Mein Dank gilt der Buchhandlung Hofbauer für die Begleitung, den engagierten LehrerInnen und SchülerInnen für die vielen Fragen und anregenden Gespäche, die Aufmerksamkeit, den wachen Austausch.

So schön kann Lesen sein.