Beiträge

Am Montag, 25. Mai, las ich um 20 Uhr im Rahmen der LIVE-Lesungen vom Literaturhaus Salzburg via Facebook. Mein Dank gilt Tomas Friedmann für die Einladung.

Am 25. Mai 1973 endete das jährliche Cannes-Festival mit der Uraufführung des Films La grande bouffe von Marco Ferreri. Ich nehme den Jahrestag als Anlass, um mein bisher unveröffentlichtes Romanmanuskript mit dem vorläufigen Titel Barcelona Dream vorzustellen, in dem die Protagonistin auf der Suche nach dem eigenen Blick den Traum vom eigenen Film träumt.

Aber: Quant il s’agit de faire un film, les rêves ne suffissent pas (Um einen Film zu machen, reichen Träume nicht aus, Godard: LE MEPRIS)

Und um ein Buch zu machen auch nicht.

Aber sie sind möglicherweise ein guter Anfang, bis aus dem Traum Materialität wird. Oder wie es Eva, die Protagonistin meines Manuskriptes, formuliert: Aber wenn ich recht habe mit meiner Annahme, dann gibt es außerhalb der Träume im Allgemeinen und meines Traumes im Speziellen tatsächlich einen Drehort, der nicht den Träumen, sondern dem Leben selbst zugehörig ist, so kann ich sagen: zugehörig auf ungehörige Weise.

Eva spielt übrigens eine kleine Nebenrolle in dem Text Fliehkraft, der für Fragmente – die Zeit danach entstanden ist. Und Barcelona Dream hat, wenn derzeit auch keinen Verlag, so zumindest eine Aufführungsform gefunden.

Auf Einladung von Sylvia Eultiz gastierten Irene Kepl und ich im Salon 27 in Berlin, um unser Programm KA Punkt vorzustellen. Für uns beide war dieser Abend wie immer eine Bereicherung und eine große Freude, ihn gemeinsam zu bestreiten.

Irenes Improvisationen der Neuen Musik und meine Literatur erkunden mögliche Gemeinsamkeiten im Kreisen, im Suchen, in dem Bedürfnis, keinen Erwartungen entsprechen zu wollen, aber gleichsam das Angebot in den Raum zu stellen, sich einzulassen auf die Frage: Was stellt sich her? Was erzählt sich jenseits von Melodie und Plot? Wo ergänzen und entsprechen sich die Klangräume und auch die Inhalte?

Es entspann sich ein anregendes Gespräch über Erwartungshaltungen, Mozart und Neue Musik, Krimi und Thomas Bernhard und nährte unseren Wunsch, weiterzuexperimentieren, zu forschen, zu erkunden: eben so, wie es Musik und Literatur seit jeher tun.

„Selbst der Plastiksack eines Einkaufszentrums kann Anlass für ihr Entzücken sein“, schreibt Peter Turrini in einem Liebesgedicht über das Verhalten von Verliebten. Diese Wahrheit wiederum entzückt mich. Und dass ich im Café des Schloss Wartholz lesen konnte, in dem Peter Turrini 2007 den Literatursalon eröffnete, entzückte mich ebenso – wenngleich auf andere Weise. Vergleichbar jedoch ist die Freude am geschriebenen Wort mit dem Lesen von Worten, die von einem derart aufmerksamen Publikum aufgenommen werden.

Es war mir eine ausgsprochene Ehre, hier aus Drei Tage drei Nächte lesen zu dürfen und anschließend anregende Gespräche zu führen. So möchte ich Herrn Blazek für die Einladung danken und Frau Rath für die lebendige Betreuung und allen Zuhörerinnen für das gemeinsame Erleben.

Verliebt habe ich mich in den gemeinsam betretenen und eröffneten Raum. Entzückt haben mich die Reaktionen.

Die Lesung fand am 31.08.2018 im Literatursalon/ Cafè-Restaurant Schloss Wartholz statt.

Veranstaltungen

Brainstorming und Amtshandlungen mit den Autorinnen Lisa Spalt und Corinna Antelmann

Schluss mit den Dystopien. Und her mit den Alternativen. Bauen wir uns gemeinsam die Welt und landen wir im Paradies.

Oder einfach nur: In der Welt, wie wir sie haben wollen.

Um der derzeit oft gedrückten Stimmung entgegenzuwirken, möchten wir uns an dem von uns konzipierten Abend als utopische Juke-Box betätigen. Wir stellen alte und neue utopische Texte von AutorInnen und Menschen mit anderen Berufen vor und beschreiten – gemeinsam „Geschichte machend“ – den Weg in eine neue Welt. Was als Lesung beginnt, endet mit der ultimativen Prüfung der utopischen Imaginationsfertigkeit des Publikums, das eine Utopie, wie wir sie haben wollen, entwerfen helfen muss: vom Gedanken zum Wort zur Tat. Zum Einstieg gibt es entsprechende Impulse ans Publikum:

Und hier ist sie: Ich stelle vor, I proudly present: Utopie, nein Eutopie: Die Welt, besser, als sie sich uns momentan darstellt. Die Welt, wie sie sein kann.

Eine Veranstaltung der Grazer Autorinnen Autorenversammlung OÖ in Zusammenarbeit mit Arge Granit Ottensheim

Ein Themen-Abend unter dem Titel „ich kind heute“.

Präsentation des Literaturheftes X-BLATT Nr. 6 (Hefte für Literatur der GAV OÖ), erhältlich im Text­automaten im Exxtrablatt in Linz.

Dieser mitunter sehr persönliche Abend stellt eine Auswahl an Texten vor, die, im Zusammenspiel mit Jugend/Kinderphotos, folgender GAV OÖ MitgliederInnen entstanden sind: Corinna Antelmann, Andrea Drumbl, Hans Eichhorn † (gelesen von Erwin Einzinger), Dietmar Füssel, Marlene Gölz, Judith Gruber-Rizy, Erich Klinger

Moderation: Kurt Mitterndorfer

Organisation: HC Stöger

Eine Veranstaltung der Grazer Autorinnen Autorenversammlung in Zusammenarbeit mit der GAV OÖ.

#ArtInQuarantine
 
Nach der Osterpause möchte ich abermals eine Donnerstag-Lesung anschließen. Der Auferstehung geht die Einkehr Jesus vorweg, der Weiterentwicklung des Menschen die Begegnung mit dem eigenen Selbst. Und so passt Ostern unter Umständen hervorragend in diese Zeit (unfreiwilliger) Abschottung. Irgendwann werden wir voraussichtlich effektive Behandlungsmethoden gegen das Virus entwickelt und gleichermaßen vielleicht dennoch die Erkenntnis gewonnen haben, dass der Mensch nie die Kontrolle über die Quelle des Lebens erlangen kann – dies ist ein Grundprinzip.
Ich werde Auszüge aus verschiedenen Texten von mir lesen, in denen es stets um den Weg ins Licht geht (als Symbol des Erkenntnisgewinns?). Ein Osterthema also, das jedoch immer wieder auch in der Literatur zu finden ist – als Antrieb der Figur zur Erkenntnissuche.
Ein dunkler Gang bringt einen immer ins Licht, ist es nicht so, denke ich und meine damit Geburt und Wiedergeburt und all die schweren Sachen, die in der Musik nichts wiegen. (las almas del tango, Verlag Nina Roiter e.U., 2017)
Freue mich auf eine weitere Lesung mit euch, wenngleich noch immer im virtuellen Raum.
Beitragsbild: Dominika Meindl

 

 

Sie wohnen nur ein paar Kilometer voneinander entfernt: die Autorin Corinna Antelmann in Ottensheim und der Schriftsteller und Musiker Rudolf Habringer in Walding. Mit dem Projekt „Literatur frei Haus“ bringen die beiden Literatur direkt in die Wohnzimmer.

Sie wohnen nur ein paar Kilometer voneinander entfernt: die Autorin Corinna Antelmann in Ottensheim und der Schriftsteller und Musiker Rudolf Habringer in Walding. Mit dem Projekt „Literatur frei Haus“ bringen die beiden Literatur direkt in die Wohnzimmer – oder im aktuellen Fall in die MÜK-Galerie.

#ArtInQuarantine
 
Ich werde zwei in sich geschlossene Texte zum Thema WAND lesen, weil wir ja nun viel, viel Zeit zwischen den Wänden verbringen, und hier kann so allerhand passieren (sie sprechen …; sie schließen uns ein …).
 
Ich stelle fest, ich habe häufiger über Wände geschrieben, zum Beispiel über eine Mutter, die orientierungslos und von unbestimmter Sehnsucht getrieben durch das Haus tigert, weil sie nicht weiß, wohin mit ihren Gedanken, und sich dabei doppelt isoliert fühlt: innerhalb der Wände ihres Kopfes und innerhalb der vier Wände ihrer Wohnung, ergibt insgesamt acht Wände. Die Rechnung geht nicht auf, denn glücklicherweise ist der Kopf, anders als das Handy, nicht rechteckig, sondern rund und eignet sich zum Denken, und da das Runde die perfekte Form ist, kann dieses Denken sogar die Richtung wechseln, was allerdings selten geschieht (Drei Tage drei Nächte, Septime Verlag, 2018)
 
Das ändert sich ja jetzt.