… Dass das Kinderkriegen einen großen, oftmals als solchen nicht angeführten Teil weiblicher Produktivität ausmacht, wird in den meisten Diskussionen von Frau und Karriere dagegen gern verschwiegen, weil das Kinderkriegen in früh-feministischer Zeit gern automatisch mit der Frauenversklavung gleichgesetzt wurde, aber ich fühle mich nicht versklavt, nein, ich bin ja im Gegenteil stolz darauf, es bereichert mich, obwohl ich eine Zeit lang rackern musste, um jene Steine zu zerbröseln, die meinen Kopf mit Glaubenssätzen beschwerten, im Sinne von Kinder sind die Last eines Frauenlebens. So eine Annahme kann nur daher rühren, dass wir eben alle stets ziemlich begrenzt hinschauen, und wenn es eine Zeit gab, in der den Frauen der Zugang zur Welt oder auch zur Literatur versperrt war, dann nicht, weil sie Kinder bekamen, sondern weil die falschen Schlüsse aus dem Kinderkriegen gezogen wurden …

(Drei Tage drei Nächte, Septime Verlag 2018, Seite 90, Bestellung hier möglich)

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